Millionen von kleinen Ameisen kreieren gemeinsame, komplexe, faszinierende, funktionierende und einzigartige Gesellschaften und Strukturen ohne ordnende Führung oder Planung, indem sie nur das tun, was ihre Arbeitskolleginnen tun. Sie lassen uns von außen staunende BeobachterInnen sein, die zusehen dürfen, wie ein großes, kollektiv geschaffenes Kunstwerk entsteht und wie das Ameisenleben seine Geschichten schreibt.
Das Verhalten der Ameisen ist Inspiration für diesen Workshop. Wir werden unsere essentiellen, zentralen und einzig wichtigen Fähigkeiten zur Zusammenarbeit stärken. Einander zuhören, einander in die Augen schauen, einander bedingungslos und ausschließlich folgen, um als Kollektiv Geschichten aus dem Nichts zu erschaffen. Wir werden uns darin üben, nichts zu initiieren, nichts anzubieten, nichts zu erfinden. Wir werden üben einander zu folgen und nur das zu tun, was die anderen tun. Wir werden uns gemeinsam und gegenwärtig von Moment zu Moment bewegen. Am Ende des Tages werden wir staunen, wenn wir auf die einzigartigen Geschichten zurückschauen, die nur entstehen konnten, weil wir einander gefolgt sind – wie die Ameisen …

Beatrix Brunschko
seit 1990 Ensemblemitglied des Theater im Bahnhof (TiB) in Graz, Regisseurin und Schauspielerin; seit 2000 künstlerische Leitung des Improvisationstheaters des TiB;
seit 2002 Lehrbeauftragte an der Schauspielabteilung der Kunstuni Graz für Improvisation und Ensemble; im Studienjahr 2012/13 Gastprofessur für dramatischen Unterricht; Improworkshops in der EU, Kanada, Australien und USA; seit 2004 Ensemblemitglied des internationalen Improkollektivs „The Orcas Island Project“; seit 2009 Mitglied des Sport vor Ort-Teams des Theaters an der Gumpendorferstraße in Wien; seit 2019 Arbeit mit den „Sisterhood of Improvisation“, „Mary Shelleys Daughter“ und „Den Schwestern“; regelmäßig in Film und Fernsehen;  mit ihrem Partner Jacob Banigan Vorbereitung einer weitere Staffel der „Serien Junkies“