Leibliche Resonanz als Impulsgeber für neue Perspektiven in Supervisionsprozessen

Fallsupervision

 

Wir Menschen beeindrucken und berühren einander auch seelisch, zuallererst auf der Ebene des leiblichen Ausdruckes. Dieser wechselseitige Austausch ist blitzschnell und umfassend. Wenn wir diese Ebene der körperlich-affektiven Interaktion mehr in die therapeutische Arbeit und Supervision einbeziehen, schaffen wir so neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Ergebnis von veränderten Perspektiven und Lösungsansätzen. Supervisionsprozesse werden so zu einem kooperativ-kreativen Miteinander. Wenn ich in einem solchen Rahmen meine schwierigen Fälle oder Probleme präsentiere, wird dies meine therapeutischen oder beruflichen Kompetenzen wahrhaft fördern.

In diesem Workshop werden wir die Wahrnehmung der eigenen Körperreaktionen fördern, um diese sodann als Resonanzphänomene auf die berichteten Fälle zu nutzen. Die Resonanz der TeilnehmerInnen ist immer individuell und einzigartig und fördert Wertschätzung und ein respektvolles Miteinander, auch von unterschiedlichen Berufsgruppen. Mich von meiner Resonanz auf den Anderen berühren lassen ist der ideale Ausgangspunkt für die gemeinsame Erforschung von neuen Aspekten zu einem berichteten Fallgeschehen. Der/die den Fall Vorstellende ist in diesen Prozess auf Augenhöhe einbezogen und kommt dabei oft selbst zu neuen Erkenntnissen und Lösungsansätzen. Zusätzlich können TeilnehmerInnen ihre eigenen andersartigen Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten spielerisch erproben. Dabei werden sich die Sichtweisen von hoffentlich verschiedenen Berufsgruppen als bereichernd erweisen.
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und den gemeinsamen Forschungsprozess mit den TeilnehmerInnen.

Bitte mitbringen: Neugier, bequeme bewegungsfreundliche Kleidung und die Bereitschaft, sich körperlich und spielerisch mit eigenen Ideen und Fällen einzubringen.


LITERATUR:
Clauer, J. & Milch, W.(2021): Der Nutzen des Konzeptes der Resonanz für das Verständnis der impliziten Dimension in Supervisionsprozessen. In: Maschsee-Gruppe: Die implizite Dimension der Resonanz. Jahrbuch Selbstpsychologie 3, Frankfurt a.M., Brandes & Apsel: 74 -97.

 

Jörg Clauer
Dr. med., geboren 1951 in Hamburg-Harburg
Arzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie – Psychoanalyse.
Bis 1999 Leitender Arzt von psychosomatischen Fachkliniken, seitdem in
freier Kassenpraxis tätig.
Internationaler Trainer für Bioenergetische Analyse (IIBA-Faculty); Dozent, Lehrtherapeut und Lehrsupervisor für Psychotherapie, Bioenergetische Analyse, Psychoanalyse und Psychodrama sowie Body-Enlightenment-Therapeut


Kontakt:
joerg.clauer@osnanet.de